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Männedorf - ein Dorf der Weinbauern

900 - 1875

Die sonnigen Abhänge am rechten Zürichseeufer eignen sich ideal für den Rebbau. Bereits die Römer sollen hier Wein angebaut haben. Erstmals überliefert sind Reben in dieser Region jedoch erst im 10. Jahrhundert. Ab dem 12. Jahrhundert wird der Rebbau rund um den Zürichsee deutlich ausgeweitet und für viele Dörfer, darunter auch Männedorf, bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts zum wichtigsten Landwirtschaftszweig. Ein Blick auf Ausbreitung der Rebflächen am rechten Zürichseeufer im 17. Jahrhundert unterstreicht diesen Stellenwert. Damals ziehen sich die Weinstöcke in drei breiten Streifen von Rapperswil über Feldbach, Stäfa und Männedorf bis nach Küsnacht und Zollikon. Weiter geht es über die Zürcher Vororte Fluntern und Oberstrass bis an die Aargauer Grenze. Die Vielfalt der Trauben scheint gross gewesen zu sein. In jedem Dorf werden durchschnittlich vier bis zehn Sorten angepflanzt, wobei am Zürichsee die weissen dominieren. Der Wein, der aus diesen Trauben gewonnen wird, ist zuerst allerdings ziemlich sauer und gewinnt erst im Lauf der Zeit an Qualität. Synchron mit dem Erfolg des Rebbaus und Weinhandels erlässt der Stadtstaat Zürich – erstmals 1415 – zahlreiche und strenge Gebote und Verbote. Einerseits versucht er, die Ausdehnung des lukrativen Weinbaus zu Lasten der Ackerflächen einzuschränken. Andererseits regelt er den Weinbau bis ins letzte Detail, so etwa das Datum der Wümmet, die Entlöhnung der Winzer, das Fällen von Bäumen zwischen den Rebgütern, den Schutz der reifenden Trauben, den Viehtrieb in die Rebberge und vieles mehr. Der Zürcher Rat erlässt aber nicht nur Vorschriften, sondern schützt den einheimischen Wein auch gegen ausländische Importe. Im Unterschied zu den meisten anderen landwirtschaftlichen Produkten wird der Wein in Männedorf auch gehandelt. Der Weinhandel ist ein Monopol des Stadtstaates und ist der Zunft zur Meisen anvertraut, in der alle mit Wein befassten Berufe organisiert sind. Ihr müssen die Weinbauern am Zürichsee ihren Rebensaft abliefern. Daneben versucht die Zunft nach Kräften, ländliche Weinschenken zu unterbinden. Mit wenig Erfolg: Wo immer das Bedürfnis besteht, werden so genannte Winkelwirtschaften eröffnet, die ohne obrigkeitliche Erlaubnis Wein ausschenken – auch in Männedorf. Bild: Das Zunfthaus zur Meisen in Zürich ganz rechts im Bild im Jahr 1757.

Zunfthaus zur Meisen Zürich
 

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