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Zwei berühmte Vögte im Fischotterdorf

1266

Männedorf darf sich rühmen, während einiger Jahre einen zukünftigen König zum Vogt gehabt zu haben: Graf Rudolf von Habsburg (1218–1291), ein Adliger aus dem späteren Kanton Aargau, der europäische Geschichte geschrieben hat. Und das kam so: 1264 stirbt der letzte männliche Spross der Kyburger, die die Herrschaft über den Zürichgau ausüben. Um das Erbe des erloschenen Adelsgeschlechts streiten sich die Habsburger und die Regensberger. Die von Regensberg unterliegen und verlieren gleich noch einen grossen Teil ihrer eigenen Rechte, darunter die Vogtei über Grüningen. Natürlich hätte sich Graf Rudolf von Habsburg gerne auch die benachbarte Einsiedler Vogtei Männedorf einverleibt, die damals den Rapperswilern gehört. Vorerst darf er hier aber nur interimistisch als Vogt amten, und zwar als Vormund von Rudolf V., dem noch minderjährigen letzten männlichen Spross der Rapperswiler.

1273 wird Rudolf I. zum ersten römisch-deutschen König aus dem Hause Habsburg gekrönt. Zehn Jahre später stirbt sein Mündel Rudolf V. von Rapperswil kurz vor der Volljährigkeit. Dessen Schwester Elisabeth unterlässt es, innerhalb eines Jahres beim Abt von Einsiedeln den Anspruch ihrer Familie auf die Erbschaft geltend zu machen. Der fackelt nicht lange und überträgt die Vogteien des Klosters seinem eigenen Bruder als Lehen. Das lässt sich der mittlerweile mächtige Regent aus dem Hause Habsburg nicht gefallen. Kurzerhand beauftragt er einen seiner obersten Beamten im Raum Zürich, die Lehen in den Einsiedler Vogteien für ihn einzuziehen. Den Bruder des Abtes speist er mit einer Geldsumme ab.

Rudolf Stüssi als Obervogt des Stadtstaates Zürich
Für Zürcher Verhältnisse ebenso berühmt wie der Habsburger war sein Namensvetter Rudolf Stüssi. Bevor er 1430 zum Bürgermeister des Stadtstaates Zürich wird, amtet er während eines Jahres als Obervogt Männedorfs. Über sein Wirken im Fischotterdorf ist jedoch kaum etwas bekannt. Allerdings dürfte er, falls die überlieferten Angaben zu seinem Charakter stimmen, nicht zu den umgänglichen Menschen gezählt haben. Er galt als arrogant, machtgierig, stolz und schlau, aber auch als tapfer und heldenhaft.

Rudolf Stüssi wurde 1414 Mitglied des Kleinen Rates. Nach nur einem Jahr wurde ihm die Männedörfler Obervogtei übertragen, danach die Obervogtei Höngg. Nach verschiedenen weiteren Karriereschritten wurde Rudolf Stüssi 1430 erstmals zum Bürgermeister der Stadt Zürich gewählt. Von da an wurde er immer wieder in diese Funktion gewählt. Als Bürgermeister des Stadtstaates Zürich verfolgt er eine rücksichtslose Expansionspolitik. Im Alten Zürichkrieg verliert er am 22. Juli 1443 in der Schlacht gegen die eidgenössischen Truppen bei St. Jakob an der Sihl (heute Stauffacher) sein Leben. Die Legende besagt, er habe die Brücke, die hier über den Fluss führte, heldenhaft und ganz alleine verteidigt, um seinen Leuten den Rückzug zu ermöglichen.


Bild: Der Rudolf Stüssi gewidmete Brunnen an der Stüssihofstatt im Zürcher Niederdorf.

Stüssi-Brunnen
 

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