Willkommen auf der Website der Gemeinde Männedorf



Sprungnavigation

Von hier aus können Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:
Startseite Alt+0 Navigation Alt+1 Inhalt Alt+2 Suche Alt+3 Inhaltsverzeichnis Alt+4 Seite drucken PDF von aktueller Seite erzeugen
vorhergehendes Ereignis | nächstes Ereignis

Widerstand gegen Südanflüge

30. Okt. 2003

Weil Deutschland das Luftverkehrsabkommen mit der Schweiz einseitig kündigt und die Zahl der Anflüge auf den Flughafen Zürich-Kloten beschränkt, werden am 30. Oktober 2003 Südanflüge eingeführt. Fortan donnern die Jets vor allem am frühen Morgen in kurzen Abständen über den Pfannenstiel, die Forch und das mittlere Glatttal, um auf der Piste 34 zu landen. Damit wird die dicht besiedelte Region südlich des Flughafens erstmals von Fluglärm heimgesucht.

Die derart belästigte Bevölkerung setzt sich vehement zur Wehr und organisiert sich in mehreren Bürgerinitiativen. Einige davon machen durch besonders furiose Aktionen von sich reden. So besetzen etwa Mitglieder des Verein "Flugschneise Süd – NEIN" 2006 die Rheinbrücke bei Kaiserstuhl, um gegen die deutschen Anflugbeschränkungen zu protestieren. Zahlreiche Hausbesitzer stellen an den Flughafen happige Schadenersatzforderungen wegen der Entwertung ihrer Liegenschaft.

Auch für Männedorf hat das Thema eine hohe Priorität. Zusammen mit anderen betroffenen Gemeinden formiert sich das Fischotterdorf im Fluglärmforum Süd, das alle rechtlichen und politischen Hebel in Bewegung setzt, damit die Südanflüge wieder eingestellt werden. Es stellt vor allem deren Rechtmässigkeit in Frage und zieht eine entsprechende Beschwerde gegen das vorläufige Betriebsreglement des Flughafens bis vor das Bundesverwaltungsgericht. Die Richter lehnen die Beschwerde jedoch ab, worauf das Forum im Februar 2010 beschliesst, an das Bundesgericht zu gelangen. "Das Bundesamt für Zivilluftfahrt war nicht berechtigt, die Südanflüge im Rahmen einer notrechtlichen Verfügung anzuordnen. Notrecht spricht zum Beispiel der Bundesrat, der in dieser Thematik bis heute nie einen Entscheid gefällt hat", schreibt das Forum zu den Punkten seiner Beschwerde. Und: "Die Anflüge über eines der dichtest besiedelten Gebiete der Schweiz widersprechen der gültigen Raumplanung und dem Umweltschutzgesetz."

Der Widerstand gegen die Südanflüge hält zu diesem Zeitpunkt schon gegen acht Jahre an. Der Flughafen Zürich beharrt weiterhin auf seinem Standpunkt, dass die Südanflüge die Lärmgrenzwerte nicht verletzten. Deutschland zeigt sich weiterhin nicht bereit, einen grösseren Teil der Lärmlast des Flughafens auf sich zu nehmen. Die Politik zeigt sich weiterhin ratlos. Der Kampfgeist der betroffenen Gemeinden und Bewohner bleibt weiterhin ungebrochen.


Bild: Schneismänner: Das Bild des Monats März 2009 des Vereins "Flugschneise Süd – Nein".

Schneismänner
 

zur Übersicht