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23.10.2018 02:53:32


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Mehr, andere, neue Menschen

1950 - 2004

Der Bevölkerungszuwachs in Männedorf führt zu einer fortschreitenden Anonymisierung. Noch bis zum Zweiten Weltkrieg kennt "man" sich im Dorf, man begrüsst sich mit Namen. Die Neuzuzüger aber kennt man nicht mehr und auch die Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger ihrerseits kennen kaum jemanden. Die Anonymisierung, welche einherschreitet mit abnehmender Identifizierung, wird als Verlust einer einstmals vertrauten Dorfkultur wahrgenommen. Diese dörfliche Kultur trägt aber auch dazu bei, dass man recht lange als „Neuzuzüger“ oder „Neuzuzügerin“ betrachtet wird und die Eintrittsschwelle in den engeren Kreis alteingesessener Männedörfler hoch angesetzt wird.

Das Wachstum der Bevölkerung führt zudem zu einer veränderten Bevölkerungsstruktur. Die Zahl der ausländischen Einwohnerinnen und Einwohner steigt in den fünfziger und sechziger Jahren sprunghaft an. 1950 zählt die Gemeinde lediglich 5 Prozent Ausländerinnen und Ausländer, 1970 sind es bereits 20 Prozent. In der Wirtschaftskrise der siebziger Jahre geht der Anteil vorübergehend etwas zurück, da viele Unternehmen zunächst die Arbeitsstellen mit ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern abbauen, er steigt in den achtziger Jahren aber wieder an. Die neuen Bevölkerungsgruppen müssen in das Gemeindeleben integriert werden: Das stellt hohe Ansprüche an die Behörden.

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