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23.10.2018 02:46:54


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Leder statt Seide: Der clevere Umstieg eines gescheiten Unternehmers

1864

1864 gründet der frühere Seidenfabrikant Emil Staub die Gerberei und Lederfabrik Männedorf. Die Fabrik steht im Kontext der wirtschaftlichen Umwälzungen des späten 19. Jahrhunderts. Die viele Jahre dominierende Textilindustrie befindet sich unaufhaltsam auf dem Abstieg, die Metall- und Maschinenindustrie gewinnt markant an Bedeutung.

Es ist der Wandel von einer Industrie, die mit wenig Kapital ausgestattet ist und mit unqualifizierten Arbeitskräften wirtschaftet, hin zu einer forschungsintensiven, forschungsorientierten, hochqualifizierten Produktion. Die neue Industrie bevorzug nicht mehr Standorte in ländlichen Gegenden, sondern die zentralen Orte, die Städte, die mit ihren Schienennetzen eine gute Anbindung an die Weltwirtschaft gewährleisten.

Emil Staub erkennt den Wandel und sucht anstelle der Seidenproduktion ein neues Feld. Er findet es im Gerben von Leder und gründet 1864 eine Lederfabrik. Die "Gerbi" entwickelt sich in der Zwischenkriegszeit zur bedeutendsten Fabrik für Lederverarbeitung der Schweiz. Sie hat nicht nur wegen des wirtschaftlichen Erfolges eine herausragende Stellung in der Gemeinde, sondern bestimmt zeitweise auch den Geruch der Männedörfler Luft.


Bild: Der Hochkamin der Gerbi, die einst das Ortsbild von Männedorf prägte.


 

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