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23.01.2018 11:10:51


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Liebegg - Institut für Knaben aus besserem Haus

1845

So sehr man sich ab 1831 für eine allgemeine Volksbildung engagiert, so wenig vermag die Leistung der Volksschule die vermögenden Schichten zu überzeugen. Wie könnte sie auch. Zwar sagt das Gesetz, dass ab 100 Schülern eine zweite Klasse gegründet werden müsse - aber schon damals gelten solche Klassengrössen nicht als optimales Lernumfeld. Wer es sich leisten konnte, schickte deshalb seine Zöglinge in ein Privatinstitut.

Männedorf zählte im 19. Jahrhundert eine ganze Reihe solcher Schulen: Da gab es die Nebenschule Oetiker, das Institut Fierz, das Töchterinstitut Hardmeyer und viele andere. Manche dieser Schulen waren gut, einige sehr gut. Herausragend war aber das Knabeninstitut, gegründet 1845 vom Industriellen Eduard Billeter in seiner zehn Jahre zuvor gebauten Villa Liebegg. Das Knabeninstitut war eine eigentliche Eliteanstalt. Zu seinen Schülern zählte ein späterer Oberkorpskommandant, ein Regierungsrat, später international renommierte Politiker aus England. Das Institut beherbergte Zöglinge aus Italien, Frankreich, England, Brasilien, Russland etc. 1878 schloss das Institut seine Tore; die Gründe dafür sind nicht bekannt.


Bild: Die Villa Liebegg um 1845.


 

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