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22.01.2018 19:26:24


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Bildung als wertvolles Gut

1831

Mit der Regeneration beginnt ein neues Kapitel Zürcher Bildungspolitik. Bildung gilt nun nicht mehr als Luxusgut für begüterte Schichten, sondern als prioritäre Pflicht für alle Kinder und Jugendlichen. Die Staatsverfassung von 1831 hält fest: "Sorge für Vervollkommnung des Jugendunterrichtes ist Pflicht des Staates und seiner Stellvertreter; der Staat wird die niedern und höheren Schulen und Bildungsanstalten nach Kräften pflegen und unterstützen." Das ist der Anfang der modernen Volksschule.

Männedorf verfügt zu diesem Zeitpunkt über zwei kleine Schulen - die eine Schule heisst "im Dorf", die andere Schule befindet sich am Berg und wird "auf Dorf" genannt. Nachdem ein neues Gesetz verabschiedet wird, das besagt, dass Klassen höchstens 120 Schüler umfassen dürfen und die bisherigen Schulen ohnehin zu klein sind, entscheidet sich die Gemeinde für ein neues Zentralschulhaus. Dieses Schulhaus entsteht 1835 östlich des Kirchenhügels und galt als eines der schönsten im Kanton.

Das Zentralschulhaus hatte nebst guten Schulbedingungen noch einen weiteren Zweck. Offenbar hat sich eine bleibende Rivalität zwischen den "oberen" und den "unteren" Gemeindeteilen entwickelt. Mit dem Zentralschulhaus etwa in der Mitte beider Ortsteile will man dieser Rivalität begegnen. So formulierte die Schulpflege an den Einweihungsfeiern: «Möge dieser schöne Zweck als ein Denkmal der Wiedervereinigung getrennter Gemüter auf dem Schauplatz mehrjähriger Zwietracht durch brüderliche Eintracht getragen werden.»


Bild: Das alte Primarschulhaus von Männedorf (hinten) und das Sekundarschulhaus von 1875.

Primar- und Sekundarschulhaus Männedorf
 

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