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Lehrberuf im Nebenamt

1819

Vor der Regeneration gilt Bildung - zumindest für weniger begüterte Schichten und die ländliche Bevölkerung - als etwas ganz und gar Nebensächliches. Das wird unter anderem daran deutlich, dass das Schulmeisteramt ein Nebenamt ist und die schlecht besoldeten Lehrkräfte einen schönen Teil des Tages einer anderen Tätigkeit nachgehen müssen.

Das ist auch in Männedorf so. Schulmeister Jakob Hardmeyer, der seit 1793 im Amt ist, ist hauptberuflich Sekretär des Stillstandes, also der Kirchenpflege. Für seine Schulmeisterei bekommt er gerade mal 8 bis 10 Kronen im Jahr, und zwar nicht als Lohn, sondern "aus Gnaden", das heisst als Anerkennung für die geleistete Arbeit. Bezahlt wird er vom Kloster Einsiedeln, das 1821 eine "Lohnerhöhung" auf 20 bis 22 Kronen bewilligt.

Hardmeyer wird dies als grossen Sieg verbucht haben. Ein Jahr zuvor konnte er einen ersten Erfolg verzeichnen: Die Gemeinde baute nach vielen Jahren Planung und Projektverschiebung an der Brunngasse ein neues Schulhaus.


Bild: Typisches Schulzimmer vor 1830. Das Schulzimmer ist auch Wohnraum des Schulmeisters, auf eine besondere Sitzordnung wird kein Wert gelegt, der geregelte Schulbesuch ist nicht obligatorisch.


 

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