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23.10.2018 22:15:03


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Eine Strassenbahn für Männedorf

1903

Männedorf wird im späten 19. Jahrhundert Nutzniesser des Überland-Trambooms. Die Eisenbahnen haben ein grobmaschiges Netz zwischen den Orten und Städten gewoben. Die Nahverbindungen aber müssen mit Neben- und Strassenbahnen hergestellt werden. In den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts gelingt der elektrischen Strassenbahn der Durchbruch. Sie etabliert sich rasch in den Städten und verbindet auf Überlandstrecken manche Ortschaften. Noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein sind Strassenbahnen aber Luxusverkehrsmittel, die man sich für einen Ausflug am Wochenende leistet, nicht aber für den Weg zur Arbeit. Die wirtschaftliche Lage fast aller Überlandbahnen ist deshalb prekär.

Das geht auch der Wetzikon-Meilen-Bahn nicht anders, deren Trassee durch Männedorf führt. Sie wird 1903 eröffnet und festlich eingeweiht. Beliebt sind die Nachtzüge, mit denen die Oberländer spätabends an den See fahren können. Aber davon kann keine Bahn leben, und die Frequenzen steigen nicht. 1940 stehen umfangreiche Sanierungsarbeiten an, was das Aus für die Überlandbahn bedeutet. Männedorf verhindert zwar, vom öffentlichen Regionalverkehr abgeschnitten zu werden; die Bahn wird aber stillgelegt und 1950 in einen Busbetrieb umgewandelt.


Bild: Abschied von der Meilen-Wetzikon-Bahn vor der Station Männedorf, Haltestelle Auf Dorf, 1950.


 

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