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"Loskaufsbegierde" in Männedorf

1831 - 1853

Von 1832 bis 1853 kauft sich Männedorf von der Zehntenpflicht frei.

Zehnten und Grundzinsen gelten Ende des 18. Jahrhunderts als ewige und unablösbare Belastungen. Die Bauern von Männedorf sind seit 1494 gegenüber dem Kloster Einsiedeln zehntpflichtig. Nach der Revolution von 1798 verkündet die Helvetische Verfassung die Befreiung des Bodens von allen Feudallasten. Die Art und Weise, wie das geschehen soll, wird aber der Gesetzgebung überlassen. Der Grosse Rat des Kantons Zürich ringt heftig um das Ablösegesetz, erlässt es aber noch im selben Jahr. Durchgesetzt werden kann es nicht.

1803 verfügt der neue konservativ-aristokratisch beherrschte Grosse Rat ein weiteres Ablösegesetz, das den Interessen der Zehntempfänger sehr entgegenkommt und wesentlich zum Ausbruch des Bockenkrieges beiträgt. Es bleibt bis 1832 in Kraft und wird dann wiederum, diesmal von einem "loskaufsfreundlichen" Gesetz, abgelöst. Die "Loskaufsbegierde", wie es damals heisst, bricht sich nun auch in Männedorf Bahn. Der Loskauf kann jedoch nur zehntbezirks- oder gemeindeweise erfolgen, muss also kollektiv organisiert werden. Die zehntpflichtigen Bürger setzen deshalb 1832 eine Kommission ein, die den Loskauf organisiert. Zunächst kauft sich Männedorf vom Weinzehnten los. Die Ratenzahlungen setzen 1834 ein, die letzte Rate wird 1854 bezahlt. Der trockene Zehnten auf Getreide wird ab 1838 nach Einsiedeln überwiesen. Die letzte Rate wird 1853 bezahlt.

Bild: Bis 1854 zahlt Männedorf einen Weinzehnten.


 

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