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21.10.2018 16:36:43


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Weltwirtschaftskrise - lokal erlebt

1929

Die Weltwirtschaftskrise erschüttert Männedorf heftig. Der Bedarf an Sozialhilfe steigt dramatisch, was sich im Steuerfuss spiegelt, der von 124 Prozent (1929) auf 220 Prozent (1937) steigt.

In der Zwischenkriegszeit beherrschen - abgesehen von den wenigen Jahren wirtschaftlicher Hochkonjunktur in den so genannten goldenen Zwanzigern - Wohnungsmangel und Arbeitslosigkeit den Alltag. Am schlimmsten wird es nach dem 25. Oktober 1929, dem Schwarzen Freitag, der mit dem Kollaps der Börsen die Weltwirtschaftskrise einläutet.

Die Gemeinde muss in dieser Situation sowohl symbolische als auch reale Massnahmen ergreifen, um die wirtschaftliche Not zu lindern und soziale Spannungen zu reduzieren. 1933 beteiligt sich die Gemeinde an der Gründung einer Bezirksarbeitslosenkasse und vergibt zusammen mit dem Kanton zahlreiche Notstandsarbeiten. Die Seestrasse wird erweitert, die Alte Landstrasse und die Bergstrasse werden ausgebaut und korrigiert und verschiedene Häuser renoviert. Der Gemeinderat vermindert 1934 sein Sitzungsgeld von 3 Franken auf 2.50 Franken - eine für die einzelnen Personen zwar einschneidende, insgesamt aber primär symbolische Geste.

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