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Hexenverfolgung in Männedorf

1589 - 1661

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts häufen sich Missernten, Armut, Pest und andere Seuchen. Die verunsicherte und deprimierte Bevölkerung reagiert irrational und sucht einen Sündenbock. Das ist der Beginn einer eigentlichen Hexenhysterie. Die Anklagen und Hinrichtungen von Frauen, die der Hexerei beschuldigt werden, häufen sich. Zwischen 1571 und 1630 werden im Stadtstaat Zürich 122 Frauen der Hexerei angeklagt, 56 davon enden auf dem Scheiterhaufen. Von den 27 Frauen, die bis 1660 der Hexenverfolgung anheimfallen, werden "nur" noch sechs getötet. Bis zum Ende des Jahrhunderts werden schliesslich noch 16 Frauen der Hexerei angeklagt, doch keine mehr verurteilt. Auch Männedorf machte bei der Hexenverfolgung wacker mit. Mindestens zwei Fälle sind dokumentiert: 1589 wird eine Adelheid Muggli als Hexe angeklagt. Wie sie hingerichtet wurde, ist nicht bekannt. Vermutlich wurde sie verbrannt. 1661 ereilt die Männedörflerin Barbara Melliker dasselbe Schicksal. Die 70-jährige Barbara Melliker, genannt Bernhartin, muss eine starke Persönlichkeit gewesen sein. Als man sie fragt, weshalb sie eine Hexe geworden sei, und dann zum Beten auffordert, antwortet sie: "Ihr Herren hand auch Ursach zu beten, dass Ihr Euch nicht an mir versündiget." Anderthalb Jahre lang wird die Bernhartin verhört und gefoltert. Mit vier Gewichten wird sie gestreckt und schliesslich an einem "gewissen Ort" im Spital versorgt, wo sie von Pfarrherren weiter gepeinigt wird. Aber Barbara Melliker gesteht nicht. Lieber würde sie sich "zu Tode strecken lassen", als sich zur Hexerei zu bekennen, sagt sie. So entgeht sie der Hinrichtung, die ohne Geständnis nicht vollzogen werden darf. Als Hexen angeklagt wurden übrigens überdurchschnittlich viele Frauen, die älter als 50 und zum zweiten Mal verheiratet waren. Ihnen wurde beispielsweise vorgeworfen, Vieh und Menschen zu lähmen, den Kühen die Milch zu entziehen, schlechtes Wetter zu verursachen und vieles mehr. Die Geständnisse wurden unter schwerster Folter aus den Opfern herausgepresst, meist durch Aufhängen und Strecken mit Gewichten. Die häufigste Art der Hinrichtung war das Verbrennen bei lebendigem Leibe. Diese Methode verlor im 17. Jahrhundert an Beliebtheit. Fortan wurden die Frauen vor dem Verbrennen oft enthauptet. Auch Ertränken im Fluss gehörte zur makabren Palette der Todesstrafen. Bild: Ob die der Hexerei angeklagte Männedörflerin Adelheid Muggli 1589 verbrannt worden ist wie hier auf dem Bild Anna Vögtli in Willisau, ist nicht bekannt. Das Bild stammt aus der Luzerner Bilderchronik von Diepold Schilling aus dem Jahr 1513.

Hexenverbrennung in Willisau
 

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