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Alamannen auf dem Kirchenhügel

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Männedorf wird erstmals im 10. Jahrhundert, also im Hochmittelalter, urkundlich erwähnt. Spektakuläre Funde, die bei der Renovation der reformierten Kirche 1862 gemacht werden, offenbaren aber, dass das Dorf schon etliche Jahrhunderte früher besiedelt war. Ein Bauarbeiter stösst damals auf Steinkistengräber, die neben menschlichen Skeletten eine offene, elliptische Armspange und drei Riemenzungen enthalten. 100 Jahre später, als die Kirche ein zweites Mal renoviert wird, findet man ein weiteres Steinkistengrab.

Die Männedörfler Gräber lassen sich zwar nicht genau datieren, aber eindeutig den Alemannen zuweisen. Vermutlich sind sie im 8. Jahrhundert angelegt worden. Damals hat auf dem Männedörfler Kirchhügel mit grosser Wahrscheinlichkeit bereits eine Kirche existiert. Darauf weist zumindest eine Urkunde aus dem Jahr 998 hin, in der von einer Stefanskirche die Rede ist, die dem Kloster Pfäfers gehört. Ihre Anfänge sollen bis in die Mitte oder in die zweite Hälfte des 8. Jahrhunderts zurückreichen. Bestätigt wird diese Annahme durch die Überreste einer Kirche, die bei der Kirchenrenovation von 1961/62 gefunden wurden.

Die ersten Alamannen fassen schon ab dem 5. Jahrhundert in der Schweiz Fuss. Aber erst im 8. Jahrhundert beginnen sie, ausgehend vom Herzogtum Alamannia nördlich des Rheins, in grösserem Stil in die Schweiz einzuwandern. Das Reich der Merowinger ist damals im Begriff unterzugehen, und die Karolinger unter Karl dem Grossen (747-814) drängen an die Macht. Die Zuwanderung der Alamannen verläuft, wie spätere archäologische Funde zeigen, zumeist friedlich. Weder die römische noch die keltische Bevölkerung, die in der damaligen Schweiz lebt, wird unterjocht oder verdrängt. Vielmehr vermischen sich die Völker und lassen so eine neue Kultur entstehen.

Ob Männedorf schon besiedelt war, als die ersten Alamannen eintrafen, liegt im Dunkeln. Ebenso wenig bekannt ist, ob die Alamannen selbst an dieser Stelle am Ufer des Zürichsees ein Dorf gegründet haben. Falls ja, dürfte es eine sehr kleine Siedlung gewesen sein. Denn im hohen und späten Mittelalter, als das Dorf erstmals urkundlich erwähnt wird, zählte es nur wenige hundert Einwohnerinnen und Einwohner. Die alamannischen Männedörfler dürften primär in Holzhäusern gewohnt und vom Ackerbau gelebt haben. Auch Schweinemast, Gemüse- und Obstzucht, seltener Weinbau oder Waldwirtschaft sind belegt. In Männedorf hat der Obstbau schön früh eine wichtige Rolle gespielt, wie mittelalterliche Urkunden belegen. Ständige Streitereien um die Holznutzungsrechte verweisen zudem auf die grosse Bedeutung des Waldes.


Bild: Dieses Steingrab aus der Zeit der Alamannen fand man beim Umbau der reformierten Kirche Männedorf.

Alamannengrab Männedorf
 

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