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23.10.2018 23:01:07


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Das Spital Männedorf will fusionieren - der Kanton nicht

2005 - 2007

Mit der Umstrukturierung der Gesundheitslandschaft, die in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre einsetzt, kommen auch die Spitäler unter Wettbewerbsdruck. Das von neun Zürcher Gemeinden getragene Spital Männedorf sucht nach Wegen, seine Zukunft langfristig zu sichern, und nimmt Anfang 2005 mit dem Spital Linth im sanktgallischen Uznach Verhandlungen über eine weitgehende Kooperation auf. Unter dem Titel "Interkantonale Spitalregion rechter Zürichsee/Linth" wird nicht nur eine gemeinsame Trägerschaft, sondern auch eine gemeinsame Führung und ein gemeinsames Budget angestrebt. Die beiden Betriebsstandorte sollen jedoch unverändert beibehalten werden. Bereits im Juli 2005 überreichen die beiden Regionalspitäler ihren Kantonsregierungen einen Bericht, der eine Auslegeordnung des geplanten Zusammenschlusses vermittelt. Gemäss ihrer Schätzung würde die Kooperation schon zu Beginn jährliche Einsparungen von vier Millionen, nach zehn Jahren von 33 Millionen ermöglichen.

Die beiden Kantone nehmen die Idee einer grenzüberschreitenden Partnerschaft jedoch skeptisch auf. Sie orten mehr Risiken als Chancen. Die St. Galler Regierung erachtet die unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen,
Trägerschaftsformen, Finanzierungsregelungen und Leistungsaufträge als grosses Handicap. Ausserdem hinterfragt sie die Einschätzung des finanziellen Nutzens und zweifelt an einer ausgeglichenen Verteilung der Patientenströme. Der Zürcher Regierungsrat meldet ebenfalls Bedenken an: Er beurteilt die rechtlichen Organisationsformen der beiden Spitäler ebenfalls als Problem für das Fusionsvorhaben und sieht darüber hinaus die Rechtsgleichheit unter den Spitälern des Kantons gefährdet. In seinem Bericht rechnet er vor, dass lediglich der Kanton St. Gallen vom Spitalverbund finanziell profitieren würde, während der Kanton Zürich eine Mehrbelastung erwarten müsste. Im Übrigen würde ein hoher Planungsaufwand anfallen, weil immer wieder Absprachen mit dem Kanton St. Gallen erforderlich wären.

Dennoch erteilt die Zürcher Kantonsregierung ihrer Gesundheitsdirektion den Auftrag, das Projekt vertieft zu analysieren. Die eingehende Prüfung mündet in einen ablehnenden Entscheid. Im Oktober 2007 lässt die Gesundheitsdirektion den Traum von einer interkantonalen Spitalregion definitiv platzen. Die rein administrative Fusion der beiden Spitäler Männedorf und Uznach bringe keine Vorteile, lässt sie verlauten, der erhebliche Aufwand stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen. Wenn schon, müssten auch die Leistungen konzentriert werden. Zu diesem Zeitpunkt haben die Führungen der beiden Spitäler ihre Hoffnungen aber schon längst begraben.

125 Jahre Spital Männedorf
Im Jahr darauf feiert das Spital Männedorf seinen 125. Geburtstag mit einem Blick zurück auf seine lange Geschichte. Im August 2008 lädt es die Bevölkerung des Dorfes zu einem Fest mit Markt und vielen Attraktionen. Verschiedene Filme lassen die Vergangenheit des Spitals aufleben, und mehrere kleine Ausstellungen werfen Spots auf die Entwicklung der Medizin in dieser Zeit.


Bild: Feierte 2008 seinen 125. Geburtstag: Das Regionalspital Männedorf.

Spital Männedorf
 

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